Camping gilt als günstige Urlaubsform. Das stimmt – aber nicht in der Rechnung, die man aus dem Preisaushang zusammenaddiert.
Die sechs Posten
1. Kurtaxe
Wird von der Gemeinde erhoben, nicht vom Platz, und pro Person und Nacht berechnet. In Küstenorten liegt sie deutlich über dem Binnenland. Für eine vierköpfige Familie über zwei Wochen kommt hier ein dreistelliger Betrag zusammen.
Freigrenzen für Kinder regelt jede Gemeinde selbst – nachlesbar in der jeweiligen Satzung, nicht beim Platz.
2. Strom
Entweder pauschal pro Nacht oder nach Verbrauch über einen Zähler. Beides ist üblich, beides ist fair – solange vorher klar ist, welches gilt.
Nach Verbrauch ist für kurze Aufenthalte meist günstiger. Wer heizt oder kühlt, fährt mit der Pauschale besser. Kritisch wird es nur, wenn die Abrechnungsart erst bei der Abreise auftaucht.
3. Hund
Üblicherweise ein fester Betrag pro Nacht. Nachfragen lohnt sich zusätzlich bei den Regeln: Leinenpflicht auf dem gesamten Platz, eigene Hundewiese, Zugang zum Badebereich – das steht selten im Preisaushang und entscheidet über den Aufenthalt.
4. Duschen
Bei Münz- oder Chipduschen ist die Laufzeit pro Einheit die eigentliche Information. Drei Minuten oder sechs machen bei vier Personen über zwei Wochen einen Unterschied, den man merkt.
5. Ver- und Entsorgung
Für Wohnmobilreisende relevant: Manche Plätze rechnen die Entsorgung gesondert ab, andere haben sie im Preis. Bei Kurzaufenthalten ist das ein spürbarer Anteil.
6. Endreinigung bei Mietunterkünften
Bei Mobilheimen, Chalets und Mietzelten kommt fast immer eine Endreinigung dazu – gelegentlich mit der Option, selbst zu putzen. Die Höhe steht nicht immer prominent dabei.
Die Rechnung, die vergleichbar macht
Nehmen Sie Ihre tatsächliche Konstellation – zwei Erwachsene, zwei Kinder, ein Hund, zehn Nächte, Wohnwagen mit Strom – und rechnen Sie alle sechs Posten dazu. Erst diese Summe lässt sich zwischen zwei Plätzen vergleichen.
Regelmäßig kehrt sich die Reihenfolge dabei um: Der Platz mit dem höheren Nachtpreis ist am Ende der günstigere, weil bei ihm mehr enthalten ist.
Ein gutes Zeichen
Plätze mit einem Preisrechner, der die Nebenkosten mit ausweist, machen es sich schwerer als nötig – und sind deshalb ein Signal. Wer den Endpreis freiwillig zeigt, hat nichts zu verstecken.